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Qualität und Naturerlebnis:
Mehr als 70 Ideenträger diskutierten Vorschläge zur Wisent-Vermarktung


Qualitätsangebote mit Naturerlebnissen statt Kirmes-Charakter: In dieser Grundausrichtung waren sich die mehr als 70 Teilnehmer des Marketing-Ideenworkshops „Wisente im Rothaargebirge" einig. 20 von Ihnen hatten sich mit ihren Vorschlägen für Leitpojekte im Vorfeld der Veranstaltung bei einem öffentlichen Ideenwettbewerb durchgesetzt und waren daraufhin zum Workshop im „Forellenhof" in Wingeshausen eingeladen worden. Die übrigen Teilnehmer der Ideenwerkstatt setzten sich aus Marketingexperten, Hoteliers, Touristikern, möglichen Investoren und Vertretern der Politik zusammen.

Ziel des Workshops war es, Leitideen zu sammeln, die innovative strategische Perspektiven eröffnen, mit denen das für Westeuropa einzigartige Artenschutzprojekt einen nachhaltigen Nutzen für die Region erzeugt. Landrat Paul Breuer, der zu dieser Veranstaltung eingeladen hatte, freute sich über das hohe Interesse in der Bevölkerung und umriss die strategische Ausrichtung der touristischen Vermarktung Siegen-Wittgensteins, deren wichtigster Arbeitsschwerpunkt in der Angebotsentwicklung im Bereich „Wanderung und aktiv Natur erleben" liegt.

„Spuren hinterlassen kann man nur dort, wo noch keiner gewesen ist", betonte der eigens aus Österreich angereiste Marketingexperte Hannes Treichl in Anspielung auf Tiefschnee-Erlebnisse für Skifahrer in seiner Heimat. Der Tiroler zeigte eindrucksvoll, welche enormen Wirkungen einfache Ideen entfalten können, die auf den ersten Blick vielleicht für unmöglich gehalten werden, aber am Ende ein innovatives Alleinstellungsmerkmal darstellen, wenn sie weitergedacht werden.

In vier Arbeitsgruppen unter der Moderation von Hannes Treichl, Kreispressereferent Torsten Manges, Dr. Michael Emmrich (embe consult gmbh) und der Veranstaltungsmoderatorin Dr. Ute Dallmeier von der Fachhochschule der Wirtschaft Bergisch Gladbach wurden anschließend in mehreren Schritten Marketing-Ideen entwickelt und besprochen. Darunter: Ein hochwertiges Safariangebot, eine mit Naturerlebniselementen versehene „Rothaarsteig-Wisentvariante", ein Informationszentrum, eine Wisent-Akademie, Kreativangebote für Naturfotografie, Malerei und Zeichnungen sowie verschiedene, neuartige Kinder- und Familienangebote, die das Tageserlebnis vervollständigen. Ein weiteres Leitprojekt könnte schließlich ein Naturcamp sein. Mit der Entwicklung eines Kriterienkatalogs soll die Qualität der Angebote nachhaltig gesichert werden. Mit Blick auf die Bewerbung des  Projektes wird zudem über einen prominenten „Botschafter" und die Organisation eines regelmäßigen Wissenschaftssymposiums nachgedacht.

Alle Ideen werden nun dokumentiert und anschließend weiter entwickelt. In einem Ausblick erläuterte Landrat Breuer, dass nun erarbeitet werden müsse, welche der Leitideen Perspektiven eröffnen und wie sie sich umsetzen lassen, damit sie in ein Marketingkonzept eingebracht werden können. Der Vorsitzende des Trägervereins „Wisent-Wildnis-Wittgenstein e.V.", Bernd Fuhrmann, betonte, dass der Workshop „zum richtigen Zeitpunkt" stattgefunden habe. Mit Blick auf die nächsten Schritte im Projektverlauf kündigte der Vorstand des Trägervereins einen voraussichtlichen Beginn der Baumaßnahmen im geplanten Wisent-Erlebnisbereich für den Herbst an. Landrat Breuer wies darauf hin, dass die Einbindung der Menschen in Siegen-Wittgenstein in das Projekt fortgeführt werde. In den nächsten Wochen und Monaten werde viel freiwilliges Engagement und ehrenamtliche Hilfe benötigt.

Hannes Treichl, Managing Director marketing deluxe, Tirol.

Leiteten den Ideen-Workshop: Hannes Treichl, Torsten Manges, Dr. Ute Dallmeier, Bürgermeister Bernd Fuhrmann, Landrat Paul Breuer und Dr. Michael Emmrich (v.l.).